Atmen

Atmen ist etwas scheinbar Selbstverständliches wie der Herzschlag. Es geschieht von selbst im Wachzustand und auch im Schlaf. Worauf sich aber das Bild bezieht ist das bewusst gesteuerte Atmen, an das kraftvolle Instrument zur Kontrolle des Geistes. Die Komposition des Bildes verfügt über einen Vorder-und Hintergrund. Den Vordergrund bildet die lineare Grafik, die sich allmählich als Wort enthüllt. Die Buchstaben finden in erster Linie durch Aneinanderreihung von geraden und konzentrischen Streifen Gestalt, die in der Gesamtheit an ein Stück Architektur mit klassischen Bogenreihen erinnert, wie z.B. der Gloriette im Garten von Schloss Schönbrunn.  Die Buchstaben T und E nehmen den Platz von vor Mauerwerk geblendete Säulen bzw. Lisenen ein. Die breite Formgebung der Buchstaben T und E dominieren die Bildkomposition und schaffen eine formale Klammer zwischen oberer und unterer Bildhälfte. In der unteren Hälfte ist die Grafik gespiegelt zu sehen. Im Hintergrund zeigen sich feine Farbverläufe und eigene abstrahierte fotografische Arbeiten, die im Dialog mit der Grafik im Vordergrund stehen. Der Wechsel aus deckenden und transparenten Flächen, also matten und schimmernden Oberflächen, bewirkt räumliche Tiefe und ein feines Spiel mit dem Licht.